Fortsetzung















Fotos: Katakomben-Team

Kunst im Katakomben-Foyer

Die griechische Künstlerin Eirini Bratti organisiert im Katakomben-Foyer Ausstellungen und stellt selbst aus


Der 2002 ausstellende Kunstverein VIERUNG kooperierte dabei mit AG Jazz Magdeburg e.V. Die Idee zu dieser Ausstellung stammte von Peter Kowald.

Eirini Brattis Nähe zur Musik in ihrer Malerei von der Idee der Ganzheitlichkeit der Kunst getragen hat sich mit den Fluxuselementen und Einflüssen verbunden zu Projektionsperformances zu Musik und Tanz am Tageslichtprojektor entwickelt, was sie gemeinsam mit dem TRANSAESTHETICS-TRIO im Katakomben-Foyer im Rahmen des vom Land geförderten Projektes "das Katakomben-Theater als Drehscheibe für Weltmusik und interkulturelle Avantgarde" 2018 im Rahmen einer Reihe von Veranstaltungen im Katakomben-Foyer zur Aufführung brachte.

Peter Kowald beschreibt in seinem Text die Anfangsphase in Eirini Brattis künstlerischer Entwicklung. Von ihren persönlichen individuellen Malereien abgesehen stellt sie sich der Auseinandersetzung mit den Traditionen der modernen europäischen Malerei auf einer Romreise:

"dann bei einem rom-besuch im museum für zeitgenössische kunst. zum ersten mal dass sie vor großen arbeiten der modernen kunst steht, ich erinnere mich an burri und fontana, an einem vormittag, sonst kaum besucher an diesem stillen ort. und irini die sanfte stampft mit dem fuss auf, das[s] es durch den hohen raum hallt, und sagt mit überzeugung: das will ich auch.

und nun geht es in wuppertal - es gibt bald ein atelier- richtig an die arbeit, auf den knien meistens, am boden, ausprobieren von matrialien und farben, verwerfen bis zum zerstören, aber auch übermalen, zerschneiden und neu zusammensetzen, alles wird ausprobiert. und auch abgeschaut wird und sich abgeholt: bei penck und beuys, bei felix droese und martin disler, ihre wachheit und aufmerksamkeit ist immer lebendig, fast sprühend, aber auch gelassen. anfangs will sie meine meinung, sucht ratschläge, aber dann bald auch nicht mehr und von niemandem, immer mehr und ausschließlicher holt sie ihre entscheidungen wie die dinge auszusehen haben aus sich selbst, sicherheit und klarheit wachsen."
(Peter Kowald)

Inzwischen waren Eirini Brattis Bilder in Griechenland, Deutschland, Frankreich, Schweden, Belgien, Spanien und den USA zu sehen. Die Einführung zu ihrer Magdeburger Ausstellung sprach Dr. Annegret Laabs, Leiterin des Kunstmuseums im Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg.

Annegret Laabs ist seit 2001 Leiterin des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg, wo sie zahlreiche Ausstellungen unter anderem zur Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts initiierte, darunter zu Arte Povera, Fluxus, Everyday Ideologies oder zu zeitgenössischen Positionen in der Malerei. Dr. Annegret Laabs ist seit 2012 Mitglied im Künstlerischen Beirat der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt.

Eirini Bratti ist eine Philosophin, die mit der Malerei und in der Malerei philosophiert. Viele Maler versuchen das und fangen an, über ihre Bilder erzählend oder manchmal ganz ohne Zusammenhang zu ihren Bildern sich in Gedankenphrasen über Gott und die Welt zu verlieren. Die griechische Malerin geht von ihren Bildern aus, kehrt zu ihren Bildern zurück, bleibt eigentlich immer im Bildlichen ob in der Vorstellung, auf der Leinwand oder in der Projektion auf dem Tageslichtprojektor. Es wird, wie Peter Kowald es so treffend an der jungen Bratti in ihrer ANfangsphase beobachtet hat, noch immer experimentiert, zerschnitten, zerstört, übermalt und neuangesetzt. Nicht abstrakte Gedanken formuliert sie, sondern ist immer und immer wieder unermüdlich mit der Vorstellungswelt beschäftigt. Die Sprache ist sekundär wie in ihrem Traumtagebuch. Was sie versprachlicht ist nicht das Eigentliche, nicht in abstrakten Begriffen findet sie ihre Erfüllung und erfüllende Aussage. Sie sucht die verbildlichte Energie des Lebens. Wenn ein Bild fertig ist, bedeutet das nur, dass sie mit diesem Bild fertig ist, auch und gerade sogar im übertragenen Sinne: «Das fertige Bild interessiert mich nicht», sagt sie. Mit Musikalität, Tanz, Wind, Farbtropfen auf dem Wasser, die zerfließen, kann sie mehr anfangen. Auf dem Tageslichtprojektor fächert sie auch Luft auf das zu projezierende Gebilde und schaut ganz konzentriert auf ihr Objekt auf dem Projektor und kurz und schnell auf die Projektion selbst. Jeder Augenblick zählt.

Uri Bülbül



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