Kultur? So überflüssig wie das Leben!

Von Anfang an, seit seiner Gründung folgt unser Theater der Idee der Vielfalt und Interkulturalität. «Bühne frei! Von Jazz bis Kindertheater» lautete unser Motto über Jahre hinweg. Unser Publikum erfreute sich an sehr unterschiedlichen Veranstaltungen, und diese Freude ermutigte und ermunterte uns. Im Herbst 2010 fassten wir den Entschluss, einiges an der Arbeitsweise und am Programm, insbesondere aber am Profil des Katakomben-Theaters zu verändern.

Die Erfahrung hatte gezeigt, dass es nicht reichte, ein vielfältiges und vielschichtiges Programm breit an Vielfalt für ein möglichst breites Publikum auf die Beine zu stellen. Man muss eben nicht nur Gutes tun, sondern auch dafür sorgen, dass darüber gesprochen wird. Und genau an diesem Punkt bestand und besteht unserer Meinung nach ein Defizit. Trotz eines gewissen Wohlwollens bei Presse, Öffentlichkeit und Stadtverwaltung, fühlen wir uns in unseren Absichten und Zielen nicht wirklich erkannt. Und vor allem nicht gefördert.

Als Symbol der Aufmerksamkeit überreichten wir Britta Altenkamp (MdL und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD) zu unserem Jahresempfang am 29. Januar 2013 ein Plakat des Grafikers Reinhard Pietrass und des Fotografen Frank Vinken, das sie aus Verbundenheit zu unserem Theater gestaltet und uns geschenkt hatten, damit Britta Altenkamp es im Fraktionsflur der SPD im Landtag NRW aufhängen lassen möge, zur Erinnerung daran, dass das Katakomben-Theater der öffentlichen Unterstützung seiner Kulturarbeit bedarf. Bei unseren Besuchen im Landtag zu Gesprächen mit Britta Altenkamp und dem kulturpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion Andreas Bialas hatten wir auf dem Fraktionsflur leere Plätze an der Wand für das eine oder andere Bild erblickt und waren auf die Idee gekommen, wie schön es wäre, wenn wir die Regierungsfraktion und die zuständige Kulturministerin an die Existenz unseres Theaters in Essen erinnern könnten.

Denn schließlich benötigen wir für unsere Arbeit, die wir unter Selbstausbeutung leisten, nicht nur die institutionelle Förderung der Stadt Essen, die hierbei ein Tropfen auf den heißen Stein ist, sondern auch die des Landes. Ohne eine einzige Personalstelle, allein durch das ehrenamtliche Engagement seiner Team-Mitglieder, die sich als freie Künstler mit Projekten über Wasser halten, hat das Katakomben-Theater sagenhafte zehn Jahre überlebt. Stets wurde und wird vom Katakomben-Team höchste Professionalität erwartet. Um das aber auch dauerhaft gewährleisten zu können und nicht unter Opfern leisten zu müssen, wollten wir von den Landesmitteln, die für Interkulturarbeit den Kommunen bzw. dem Regionalverband Ruhr zur Verfügung gestellt werden, unseren Anteil erhalten.

Unsere Forderung nach der materiellen Anerkennung unserer Leistungen im Interkulturbereich hat zwar noch kein Gehör bei der Landesregierung gefunden. Die Ministerin Ute Schäfer schenkte uns jedoch für einige Minuten ihre geschätzte Aufmerksamkeit und traf sich mit uns am 12. September 2014 für einige Minuten zu einem Fototermin. Gelegenheit für Katakomben-Freunde und Leitung das Anliegen zu erläutern und über das Theater zu sprechen.

Das Katakomben-Theater versteht sich als ein Theater der Zukunft, ein Modell für ein Zusammenleben über ethnische, kulturelle und politische Grenzen hinweg, als ein Labor gelebten, säkularen Humanismus und Freiheit.

Diese Aufgabe schließt sowohl kulturelle Bildung als auch ästhetische Experimente und Diskussionen um neue Formen mit ein. Kultur ohne Grenzen mit gelebter Vielfalt und Vielschichtigkeit bildet den Kern unseres Programms.

Ausgehend von der Sinnlichkeit der Kunst praktizieren wir ein Theater als Forum und Bühne der Arten- und Gattungsvielfalt, der unterschiedlichen Genres, Perspektiven und Multimedialität. Mit unserer KulturAkademie-Ruhr richten wir unsere Aufmerksamkeit auch auf Ideen-, Kreativitäts- und Kulturvermittlung und widmen uns der kulturellen Bildung in theoretisch-reflexiver wie auch praktischer Hinsicht.

Um unser Angebot realisieren, stabilisieren und weiterentwickeln zu können, benötigen wir die Unterstützung vieler weltoffener und kulturliebender Freunde für einen Raum sinnenfreudigen, weltoffenen, pluralistischen Humanismus und der Toleranz.




Kulturprogramm